Jahresabschluss Milchleistungsprüfung Schafe- und Ziegen

In Österreich waren im Jahr 2023 399 Milchschaf- und Milchziegenbetriebe Mitglied eines Landeskontrollverbandes und beteiligten sich somit bei der Milchleistungsprüfung und Qualitätssicherung. Auf diesen Betrieben standen in Summe 7061 Milchschafe und 14322 Milchziegen unter Leistungsprüfung.

Die Milchleistungsprüfung wird von speziell ausgebildetem Personal in regelmäßigem Intervall durchgeführt.

Leichter Leistungsanstieg bei Milchschafen
Mit einer Laktationsleistung von 464 kg Milch mit 6,67 % Fett und 5,32 % Eiweiß erbrachten die Milchschafe im Jahr 2023 eine etwas höhere Milchleistung als im Vorjahr. Zusammen mit einem leicht erhöhten Milchfett- und gleichem Milcheiweißgehalt ergab sich eine um 1,1 kg höhere Fett- und Eiweißleistung (55,7 kg).

Bei Milchziegen fast ident zum Vorjahr
Bei Milchziegen kam zu einer Milchleistung von 683 kg Milch mit 3,32 % Fett und 3,05 % Eiweiß. Die Leistung in Fett- und Eiweißkilogramm war mit 43,5 kg gegenüber dem Vorjahr komplett ident.

Milchleistungsprüfung – die Basis für das betriebliche Management

Rund 399 Milchschaf- und Milchziegenbetriebe mit 21383 Schafen und Ziegen stehen derzeit in Österreich unter Milchleistungsprüfung*. Neben der Erhebung der Milchmenge werden auch die Milchinhaltsstoffe sowie die Zellzahl analysiert. Diese Daten bilden die Basis für wichtige Entscheidungen im Betriebsmanagement.

Regelmäßige Kontrolle gibt Sicherheit
Die Durchführung der Milchleistungsprüfung bei den kleinen Wiederkäuern obliegt den Landeskontrollverbänden und wird gemäß ICAR-Richtlinien durchgeführt. Die Kontrollen finden abwechselnd morgens bzw. abends stattfinden. Das Kontrollorgan führt die Milchmengenmessung mit entsprechenden Gerätschaften durch und nimmt von jedem laktierenden Tier eine Milchprobe. Diese wird entsprechend konserviert und in weiterer Folge in einem qualitätsgesicherten Labor analysiert. Nach der Datenauswertung wird für den Betrieb ein Tagesbericht erstellt und übermittelt. Anhand dieser Ergebnisse erhält man einen detaillierten Gesamtüberblick über den Ist-Stand der eigenen Herde. Auf Grundlage dieser Daten ist es möglich, auffällige Tiere zu erkennen und gezielte Herdenmanagemententscheidungen – z.B. in den Bereichen Fütterung, Eutergesundheit und Fruchtbarkeit - zu treffen. Es stehen den Betrieben auch Berichte, Zuchtbuchauszüge sowie aktuelle Informationen zur Verfügung.

Zeitgemäße Datenvernetzung
Alle Daten der Leistungsprüfung werden automatisch in das Herdenmanagementprogramm SZ-Online eingespielt. Dieses Onlineprogramm wurde vom ÖBSZ und den Zuchtorganisationen entwickelt und ermöglicht dem Betrieb, zu jeder Zeit die Daten eines jeden Tieres abzurufen. Die Daten aus der Milchleistungsprüfung stehen in Form des Tagesberichts als auch grafisch aufbereitet zur Verfügung. Da das Thema Datenvernetzung in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt, sind die LKVs sowie die Zuchtverbände stets bemüht, die Schnittstellen zu optimieren bzw. weiter zu entwickeln.

Kontrollkostenzuschuss Qplus-Schaf/Ziege verlängert für 2024 - 2027
Der Großteil der LKV-Mitgliedsbetriebe nehmen am Qualitätssicherungsprogramm Qplus-Schaf/Ziege teil. Dieses Programm dient zur Sicherstellung und langfristigen Steigerung der Lebensmittelqualität, Tierwohl und Tiergesundheit sowie der Nachhaltigkeit in der Produktion. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme am AMA-Gütesiegel-Programm „Haltung von Schafen und Ziegen". Der Fokus ist dabei auf die Eutergesundheit (Zellzahl) und den Stoffwechsel (Fett-Eiweiß-Quotient) gerichtet. Für die teilnehmenden Betriebe wird der Mehraufwand in diesem Programm entsprechend abgegolten und somit erreicht man eine starke Entlastung bei den Kontrollkosten. Pro Muttertier werden ca. € 16,00 refundiert. Die Abwicklung erfolgt über die Landeskontrollverbände, ausgezahlt wird der Zuschuss auch vom LKV.

Ablauf der Milchleistungsprüfung
Jeder Betrieb erhält grundsätzlich mind. sechs Kontrollen pro Jahr. Für einen reibungslosen Ablauf ist es wichtig, bestimmte Daten bereit zu halten. Vor allem nach Ablammungen bzw. Abkitzungen sind Aufzeichnungen nötig. Betriebe, welche das Programm SZ-Online verwenden, erfassen die Daten vor der Kontrolle selbst. Über eine Schnittstelle werden die Informationen in das Programm der Landeskontrollverbände übernommen. Ist dies nicht der Fall, werden die relevanten Daten vom Kontrollorgan erfasst, in diesem Fall ist eine lückenlose schriftliche Dokumentation des Betriebes nötig:

• Ablamm- bzw. Abkitzdatum inkl. Totgeburten
• Geburtsverläufe
• Geburtsnahe Beobachtungen
• Nachgeburtsverhalten und Gebärmuttervorfall
• Abgangsursachen

Interessiert?
Bei der Durchführung der Milchleistungsprüfung werden vor Melkbeginn spezielle Milchmengenmessgeräte im Melkstand angebracht. Diese ermöglichen es, während der Melkung die Milchmenge eines jeden Tieres zu erheben. Weiters entnimmt das Kontrollorgan im Zuge dessen Einzeltierproben und konserviert diese. Ein Labor ist in weiterer Folge für die Analyse der Milchproben zuständig. Sobald die Auswertung abgeschlossen ist, werden die Daten elektronisch vom LKV aufbereitet und in Form eines Tagesberichtes an den Betrieb übermittelt. Ihr zuständiger Landeskontrollverband informiert Sie gerne: https://lkv.at/at/leistungspruefung/Ueber-Uns/bundeslaender-neu.php

Link
Kontakt Landeskontrollverbände:
https://lkv.at/at/leistungspruefung/Ueber-Uns/bundeslaender-neu.php

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