Ergebnisse Milchleistungskontrolle 2023

Vier Fünftel aller Milchkühe stehen unter Leistungsprüfung

Qualitätssicherung in Österreich als Erfolgsmodell
Die Zahlen der österreichweiten Milchleistungs prüfung liegen vor. In Summe standen 437.712 Milchkühe unter einer lückenlosen Leistungsprüfung und Qualitätssicherung.
Laut Statistik Austria gibt es in Österreich per 1. Juni 2023 546.035 Milchkühe. Demnach stehen 80,2 % aller Milchkühe unterLeistungsprüfung. Diese sogenannte Kontrolldichte lag im Vorjahr noch bei 83,7 %. Dass diese um 3,5 Prozentpunkte leicht gefallen ist, liegt unter anderem daran, dass als neue Basis für die Berechnung der Kontrolldichte ab heuer nun die offiziellen Zahlen der Statistik Austria mit Stichtag 01. Juni statt 01. September verwendet werden. Zuvor wurden die Zahlen aus dem BML per 01. September herangezogen. Die hohe Kontrolldichte zeigt jedenfalls, dass die Milchproduktionsbetriebe auf die Serviceleistungen der österreichischen Landeskontrollverbände vertrauen. Im Prüfungszeitraum vom 1. Oktober 2022 bis 30. September 2023 nutzten 17.707 Kontrollbetriebe dieses Service. Allerdings ging die Anzahl der Betriebe um 2 % oder 358 im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Rückgang entspricht dem jahrzentelangen Strukturwandel in der heimischen Landwirtschaft. Den höchsten Anteil an kontrollierten Kühen weisen wie schon in den vergangenen Jahren die Bundesländer Tirol und Vorarlberg mit 88,1 % bzw. 88,0 % der Tiere, gefolgt von Niederösterreich mit 83,9 % und der Steiermark mit 81,6 % aller Milchkühe auf.

Plus 51 Milch-kg in Österreich
Die Milchleistungen entwickelten sich in den verschiedenen Bundesländern höchst unterschiedlich. Zeigen die genetischen Trends bei den Leistungsmerkmalen überall nach oben, so sind für die Leistungsunterschiede verschiedene Einflüsse außerhalb der Zucht verantwortlich. Über alle Rassen hinweg wurden bei allen Kontrollkühen 7.918 kg Milch bei 4,16 % Fett und 3,40 % Eiweiß gemessen. Damit haben die Leistungen im Vergleich zum Vorjahr um 51 kg zugenommen. Die höchsten Leistungssteigerungen verzeichneten die Bundesländer Oberösterreich mit einem Plus von 139 kg, Burgenland (+72 kg) und Niederösterreich (+55 kg). Die durchschnittlichen Fett- bzw. Eiweißprozente reduzierten sich um 0,01 bzw. 0,02 Prozentpunkte. Die höchsten Durchschnittsleistungen wurden mit 9.428 kg Milch auch heuer wieder auf den burgenländischen Betrieben gemessen, ebenso die höchsten Fettprozente mit 4,31 %. Die höchsten Eiweißprozente erreichten mit 3,45 % die oberösterreichischen Betriebe.

Die meisten Kühe stehen in Oberösterreich
Die durchschnittliche Herdengröße auf den kontrollierten Betrieben ist von 24,2 auf 24,7 Kühe, wie schon in den vergangenen Jahren, wieder leicht angestiegen. Die größten Betriebe stehen nach
wie vor im Burgenland mit 44 Kühen je Betrieb, die kleinsten Strukturen weisen die Tiroler Betriebe mit 13 Kühen je Betrieb auf. Die meisten Kühe stehen mit 134.000 Stk. in Oberösterreich, gefolgt von Niederösterreich mit 88.000 Stk. und der Steiermark mit 66.000 Kühen. Nahezu ein Viertel aller Betriebe, insgesamt 4.400 oder knapp 25 % sind in Tirol beheimatet, die allerdings nur ein Achtel (13 %) aller Kühe halten. Die von den Kontrollorganen der österreichischen Landeskontrollverbände (LKVs) erhobenen Daten werden in Wien über die ZuchtData EDV-Dienst
leistungen GmbH der RINDERZUCHT AUSTRIA verarbeitet und in Form von Tages- oder Jahresberichten an die Kontrollbetriebe entweder postalisch oder elektronisch zugestellt.

 

Bericht von Lukas Kalcher Rinderzucht Austria

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