Jahresabschluss Milchleistungsprüfung Schafe und Ziegen / Vorteile der Leistungsprüfung

Aktuelle Informationen zum Jahresabschluss Leistungsprüfung bei Schafen und Ziegen und Vorteile der Leistungsprüfung.

Eutergesundheit: Die regelmäßige Kontrolle der Zellzahl ermöglicht es, rechtzeitig Maßnahmen zu setzen. Bericht LFL Oberösterreich

Jahresabschluss Milchleistungsprüfung Schafe- und Ziegen

In Österreich waren im Jahr 2022 392 Milchschaf- und Milchziegenbetriebe Mitglied eines Landeskontrollverbandes und beteiligten sich somit bei der Milchleistungsprüfung und Quali-tätssicherung. Auf diesen Betrieben standen in Summe 6.540 Milchschafe und 13.731 Milch-ziegen unter Leistungsprüfung.


Leichter Leistungsanstieg bei Milchschafen

Mit einer Laktationsleistung von 456 kg Milch mit 6,67 % Fett und 5,31 % Eiweiß erbrachten die Milchschafe im Jahr 2022 eine etwas höhere Milchleistung als im Vorjahr. Zusammen mit einem leicht erhöhten Milchfett- und gleichem Milcheiweißgehalt ergab sich eine um 2,7 kg höhere Fett- und Eiweißleistung (54,6 kg).

Leichter Leistungsrückgang bei Milchziegen
Bei Milchziegen kam zu einer Milchleistung von 680 kg Milch mit 3,35 % Fett und 3,07 % Ei-weiß. Die Leistung in Fett- und Eiweißkilogramm nahm mit 43,5 kg gegenüber dem Vorjahr leicht ab.





Milchleistungsprüfung – die Basis für das betriebliche Management

Regelmäßige Kontrolle gibt Sicherheit
Die Durchführung der Milchleistungsprüfung bei den kleinen Wiederkäuern obliegt den Lan-deskontrollverbänden und wird gemäß ICAR-Richtlinien durchgeführt. Diese gibt grundsätz-lich neun jährlichen Kontrollen vor, welche abwechselnd morgens bzw. abends stattfinden. Das Kontrollorgan führt die Milchmengenmessung mit entsprechenden Gerätschaften durch und nimmt von jedem laktierenden Tier eine Milchprobe. Diese wird entsprechend konserviert und in weiterer Folge in einem qualitätsgesicherten Labor analysiert. Nach der Datenauswer-tung wird für den Betrieb ein Tagesbericht erstellt und übermittelt. Anhand dieser Ergebnisse erhält man einen detaillierten Gesamtüberblick über den Ist-Stand der eigenen Herde. Auf Grundlage dieser Daten ist es möglich, auffällige Tiere zu erkennen und gezielte Herdenma-nagemententscheidungen – z.B. in den Bereichen Fütterung, Eutergesundheit und Fruchtbar-keit - zu treffen. Es stehen den Betrieben auch Berichte, Zuchtbuchauszüge sowie aktuelle Informationen zur Verfügung.

Zeitgemäße Datenvernetzung
Alle Daten der Leistungsprüfung werden automatisch in das Herdenmanagementprogramm SZ-Online eingespielt. Dieses Onlineprogramm wurde vom ÖBSZ und den Zuchtorganisatio-nen entwickelt und ermöglicht dem Betrieb, zu jeder Zeit die Daten eines jeden Tieres abzuru-fen. Die Daten aus der Milchleistungsprüfung stehen in Form des Tagesberichts als auch gra-fisch aufbereitet zur Verfügung. Derzeit besteht bei Kreuzungstieren, bei denen eine Fleisch-rasse eingekreuzt wurde das Problem, dass diese nicht automatisch in das Programm der Landeskontrollverbände übernommen werden können. Da das Thema Datenvernetzung in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt, sind die LKVs sowie die Zuchtverbän-de stets bemüht, die Schnittstellen zu optimieren bzw. weiter zu entwickeln.

Kontrollkostenzuschuss Qplus-Schaf/Ziege
Der Großteil der LKV-Mitgliedsbetriebe nehmen am Qualitätssicherungsprogramm Qplus-Schaf/Ziege teil. Dieses Programm dient zur Sicherstellung und langfristigen Steigerung der Lebensmittelqualität, Tierwohl und Tiergesundheit sowie der Nachhaltigkeit in der Produktion. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme am AMA-Gütesiegel-Programm „Haltung von Schafen und Ziegen". Der Fokus ist dabei auf die Eutergesundheit (Zellzahl) und den Stoffwechsel (Fett-Eiweiß-Quotient) gerichtet. Für die teilnehmenden Betriebe wird der Mehraufwand in diesem Programm entsprechend abgegolten und somit erreicht man eine starke Entlastung bei den Kontrollkosten. Pro Muttertier werden € 15,00 refundiert. Die Abwicklung erfolgt über die Landeskontrollverbände, ausgezahlt wird der Zuschuss derzeit von der AMA. An einem Nachfolgeprogramm ab 2024 wird bereits gearbeitet.

Ablauf der Milchleistungsprüfung
Jeder Betrieb erhält grundsätzlich neun Kontrollen pro Jahr. Für einen reibungslosen Ablauf ist es wichtig, bestimmte Daten bereit zu halten. Vor allem nach Ablammungen bzw. Abkitzun-gen sind Aufzeichnungen nötig. Betriebe, welche das Programm SZ-Online verwenden, er-fassen die Daten vor der Kontrolle selbst. Über eine Schnittstelle werden die Informationen in das Programm der Landeskontrollverbände übernommen. Ist dies nicht der Fall, werden die relevanten Daten vom Kontrollorgan erfasst, in diesem Fall ist eine lückenlose schriftliche Dokumentation des Betriebes nötig:

• Ablamm- bzw. Abkitzdatum inkl. Totgeburten
• Geburtsverläufe
• Geburtsnahe Beobachtungen
• Nachgeburtsverhalten und Gebärmuttervorfall
• Abgangsursachen

Interessiert?
Bei der Durchführung der Milchleistungsprüfung werden vor Melkbeginn spezielle Milchmen-genmessgeräte im Melkstand angebracht. Diese ermöglichen es, während der Melkung die Milchmenge eines jeden Tieres zu erheben. Weiters entnimmt das Kontrollorgan im Zuge dessen Einzeltierproben und konserviert diese. Ein Labor ist in weiterer Folge für die Analyse der Milchproben zuständig. Sobald die Auswertung abgeschlossen ist, werden die Daten elektronisch vom LKV aufbereitet und in Form eines Tagesberichtes an den Betrieb übermit-telt. Ihr zuständiger Landeskontrollverband informiert Sie gerne: https://lkv.at/at/leistungspruefung/Ueber-Uns/bundeslaender-neu.php 

Kontakt Landeskontrollverbände:
https://lkv.at/at/leistungspruefung/Ueber-Uns/bundeslaender-neu.php 

Die Milchleistungsprüfung wird von speziell ausgebildetem Personal in regelmäßigem Intervall durchgeführt.

 

Der Tagesbericht gilt als wichtiges Werkzeug und gibt Aufschluss über den aktuel-len Ist-Stand der Herde.

 

Neben der Milchmenge werden vor Ort zahlreiche Einzeltierdaten besprochen und dokumentiert.

 

Von jedem laktierenden Tier wird eine Milchprobe gezogen welche durch ein qualitätsgesichertes Labor auf Inhaltsstoffe untersucht wird.

 

 

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