Starke Zunahme an Milchschafen und Milchziegen in Österreich

In Österreich waren im Jahr 2021 392 Milchschaf- und Milchziegenbetriebe Mitglied eines Landeskontrollverbandes und beteiligten sich somit bei der Milchleistungsprüfung und Qualitätssicherung. Auf diesen Betrieben standen in Summe 6.540 Milchschafe und 13.731 Milchziegen unter Leistungsprüfung.

Gegenüber dem Vorjahr musste ein Rückgang von 10 Betriebe oder 2,5 % verzeichnet werden. Bei den Kontrolltieren hingegen gab es einen deutlichen Anstieg von beachtlichen 529 Milchschafen (+8,8 %) sowie 468 Milchziegen (+3,5 %).
Mit 2.607 Kontrollschafen und 8.544 Kontrollziegen auf 101 Betrieben unterliegen in Oberösterreich die meisten kleinen Wiederkäuer der Leistungsprüfung. Mit etwas Abstand folgen dahinter Tirol und Niederösterreich. Mit 167 Betrieben sind die meisten Milchschaf- und Milchziegenbetriebe hingegen in Tirol zu finden.

Leichter Leistungsrückgang bei Milchschafen
Mit einer Laktationsleistung von 435 kg Milch mit 6,61 % Fett und 5,32 % Eiweiß erbrachten die Milchschafe im Jahr 2021 in 227 Laktationstagen eine etwas niedrigere Milchleistung als im Vorjahr. Zusammen mit einem leicht erhöhten Milchfett- und gleichem Milcheiweißgehalt ergab sich eine um 1,5 kg niedrigere Fett- und Eiweißleistung (51,9 kg). Den größten Anteil an allen Milchschafen haben die Rassen Lacaune mit 73 % und Ostfriesische Milchschafe mit 19 %.
Mit nun 8.075 kg Milch und 849 Fett- und Eiweißkilogramm in 11 Laktationen ist gleich wie im Vorjahr das Oberösterreichische Ostfriesische Milchschaf Asta das Milchschaf mit der aktuell höchsten Dauerleistung in Österreich. Das älteste Milchschaf im Jahr 2021 war ein Schaf der Rasse Lacaune mit einem Alter von 13,8 Jahren aus Niederösterreich.

Stabile Leistungsentwicklung bei Milchziegen
Bei Milchziegen kam es in 234 Laktationstagen zu einer Milchleistung von 696 kg Milch mit 3,33 % Fett und 3,07 % Eiweiß. Die Leistung in Fett- und Eiweißkilogramm nahm mit 44,5 kg gegenüber dem Vorjahr leicht ab. 79 % der Österreichischen Milchziegen gehörten der Rasse Saanenziege und 14 % der Rasse Gemsfarbige Gebirgsziege an. In Summe wurden Tiere von 12 verschiedenen Ziegenrassen gemolken.
Auch 2021 ist die Milchziege OPHELIE wieder die Ziege mit der aktuell höchsten Lebensleistung. Diese Saanenziege erbrachte in 8 Laktationen und einem Alter von 13,9 Jahren eine Lebensleistung von beachtlichen 15.921 kg Milch oder 1.054 Fett- und Eiweißkilogramm. Wiederum die älteste Milchziege war 2021 die Gemsfarbige Gebirgsziege Wia aus Kärnten mit dem stolzen Alter von 17,9 Jahren.

Qualitätsprogramm Qplus Schaf und Ziege nutzen
LKV Mitglieder mit Milchschafen und Milchziegen können seit 1.1.2020 am Programm Qplus Schaf und Ziege teilnehmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Reduktion von Stoffwechselproblemen am Laktationsbeginn (siehe Infokasten). Bei Teilnahme an diesem Programm werden die Kosten, die für die Qualitätssicherung und Leistungsprüfung der Milchschafe und Milchziegen anfallen, zu einem großen Teil gefördert. Mit dem dadurch sehr attraktiven Mitgliedsbeitrag kann das volle Spektrum der Angebote für Schafe und Ziegen in der Milchleistungsprüfung genutzt werden.

Verpflichtung bei Stoffwechselproblemen im Rahmen von Qplus Schaf und Ziege
Wenn bei 10 Ablammungen/-kitzungen in Folge eine Häufigkeit von 40 Prozent an Fällen von Fett-Eiweißquotient >1,5 überschritten wird, sind geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Situation zu setzen:

  • Beratungsgespräch mit dokumentiertem Beratungsprotokoll*.
  • Teilnahme an einer LFI Bildungsveranstaltung mit der Kennzeichnung „geeignet für das Qualitätssicherungsprogramm Qplus Schaf und Ziege "*.

Sollte in Ihrer Herde diese Häufigkeit überschritten worden sein, werden Sie mit dem Jahresbericht Schafe und Ziegen darüber informiert. Am Maßnahmenblatt für Überschreitung auf der letzten Seite des Jahresberichts werden Sie darauf hingewiesen.
*Je nach Landeskontrollverband erfolgt eine unterschiedliche Abwicklung. Für nähere Informationen setzen Sie sich bitte mit Ihrem Kontrollorgan oder Landeskontrollverband in Verbindung

DI Gerhard Lindner

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