Stabile Entwicklung bei Milchschafen und Milchziegen

In Österreich waren im Jahr 2020 402 Milchschaf- und Milchziegenbetriebe Mitglied eines Landeskontrollverbandes und beteiligten sich somit bei der Milchleistungsprüfung und Qualitätssicherung.

Bild Fürstaller

Auf diesen Betrieben standen in Summe 6.011 Milchschafe und 13.263 Milchziegen unter Leistungsprüfung und Qualitätssicherung.

Mit 2.400 Kontrollschafen und 8.000 Kontrollziegen auf 96 Betrieben unterliegen in Oberösterreich die meisten kleinen Wiederkäuer der Leistungsprüfung. Mit etwas Abstand folgen dahinter Niederösterreich und die Steiermark. Mit 186 Betrieben sind die meisten Milchschaf- und Milchziegenbetriebe hingegen in Tirol zu finden.
Gegenüber dem Vorjahr musste bei den Betrieben sowie bei den Kontrolltieren ein Rückgang verzeichnet werden. So wurden 23 Betriebe (-5,4 %), 541 Milchschafe (-8,3 %) sowie 58 Milchziegen (-0,4 %) weniger gezählt als im Jahr zuvor. Wird jedoch ein Zeitraum von fünf Jahren betrachtet, so kann der Boom dieses Bereiches der Landwirtschaft noch immer beobachtet werden. Im Vergleich zu 2016 standen 2020 um 19 Betriebe, 1.888 Milchschafe und beachtliche 3.293 Milchziegen mehr unter Leistungsprüfung.

Leichter Leistungsanstieg bei Milchschafen
Mit einer Laktationsleistung von 450 kg Milch mit 6,55 % Fett und 5,32 % Eiweiß erbrachten die Milchschafe im Jahr 2020 in 230 Laktationstagen eine etwas höhere Milchleistung als im Vorjahr. Eine leicht gestiegene Milchleistung sowie erhöhte Milchinhaltsstoffe ließen die Fett- und Eiweißleistung um 0,9 kg auf 53,4 kg steigen. Die am häufigsten gemolkenen Milchschafe gehörten den Rassen Lacaune und Ostfriesisches Milchschaf an.
Mit 7.636 kg Milch und 799 Fett- und Eiweißkilogramm in 10 Laktationen ist das Oberösterreichische Ostfriesische Milchschaf Asta das Milchschaf mit der aktuell höchsten Dauerleistung in Österreich. Das älteste Milchschaf im Jahr 2020 war ein Schaf der Rasse Lacaune mit einem Alter von 13,5 Jahren aus Niederösterreich.

Stabile Leistungsentwicklung bei Milchziegen
Bei Milchziegen kam es in 235 Laktationstagen zu einer Milchleistung von 715 kg Milch mit 3,31 % Fett und 3,07 % Eiweiß. Die Leistung in Fett- und Eiweißkilogramm blieb mit 45,6 kg gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Die meisten Milchziegen in Österreich gehörten der Rasse Saanenziege an. Dahinter folgt mit großem Abstand die Rasse Gemsfarbige Gebirgsziege.
Oberösterreich ist ein Land der Ziegenhalter –hier stand 2020 die Milchziege mit der aktuell höchsten Lebensleistung. Die Saanenziege Ophelie erbrachte in 8 Laktationen und einem Alter von 12,9 Jahren eine Lebensleistung von beachtlichen 15.386 kg Milch oder 1.015 Fett- und Eiweißkilogramm. Die älteste Milchziege war 2020 die Gemsfarbige Gebirgsziege Wia aus Kärnten mit dem stolzen Alter von 16,9 Jahren.

Qualitätsprogramm Qplus Schaf und Ziege nutzen
LKV Mitglieder mit Milchschafen und Milchziegen können seit 1.1.2020 am Programm Qplus Schaf und Ziege teilnehmen. Im Mittelpunkt steht dabei die Reduktion von Stoffwechselproblemen am Laktationsbeginn (siehe Infokasten). Bei Teilnahme an diesem Programm werden die Kosten, die für die Qualitätssicherung und Leistungsprüfung der Milchschafe und Milchziegen anfallen, zu einem großen Teil gefördert. Mit dem dadurch sehr attraktiven Mitgliedsbeitrag kann das volle Spektrum der Angebote für Schafe und Ziegen in der Milchleistungsprüfung genutzt werden.

Verpflichtung bei Stoffwechselproblemen im Rahmen von Qplus Schaf und Ziege
Wenn bei 10 Ablammungen/-kitzungen in Folge eine Häufigkeit von 40 Prozent an Fällen von Fett-Eiweißquotient >1,5 überschritten wird, sind geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Situation zu setzen:

  • Beratungsgespräch mit dokumentiertem Beratungsprotokoll*.
  • Teilnahme an einer LFI Bildungsveranstaltung mit der Kennzeichnung „geeignet für das Qualitätssicherungsprogramm Qplus Schaf und Ziege "*.

Sollte in Ihrer Herde diese Häufigkeit überschritten worden sein, werden Sie mit dem Jahresbericht Schafe und Ziegen darüber informiert. Am Maßnahmenblatt für Überschreitung auf der letzten Seite des Jahresberichts werden Sie darauf hingewiesen.

*Je nach Landeskontrollverband erfolgt eine unterschiedliche Abwicklung. Für nähere Informationen setzen Sie sich bitte mit Ihrem Kontrollorgan oder Landeskontrollverband in Verbindung

LKV Mitgliedschaft bringt Vorteile
Nach jeder Probemelkung steht der LKV Tagesbericht mit den wichtigsten Daten auf Einzeltier- und Gruppenebene für die Interpretation der Fütterung und Eutergesundheit zur Verfügung. In Kombination mit der Mitgliedschaft bei einem Zuchtverband unterstützt Sie das Herdenmanagementprogramm sz-online bei der täglichen Arbeit.

 

 

 

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