Ergebnisse Milchleistungskontrolle 2019

Der Bericht über die wichtigsten Kennzahlen der österreichischen Milchleistungsprüfung liegt vor. Demnach standen im Kontrolljahr 2019 82,1% aller Milchkühe (2018: 80,7%) unter einer lückenlosen Leistungs- und Qualitätsüberprüfung.

Leistungsprüfung und Qualitätssicherung im Trend

Der Bericht über die wichtigsten Kennzahlen der österreichischen Milchleistungsprüfung liegt vor. Demnach standen im Kontrolljahr 2019 82,1% aller Milchkühe (2018: 80,7%) unter einer lückenlosen Leistungs- und Qualitätsüberprüfung. Diese wird je nach Kontrollmethode 9-11 Mal pro Jahr auf den Betrieben durchgeführt. Ein Kontrolljahr beginnt am 1. Oktober und endet am 30. September. Von jeder einzelnen Kuh werden die Milchmenge, Fett- und Eiweißgehalt, Zellzahl, Harnstoff, der Laktosegehalt und viele weitere Parameter erhoben. Das erfolgt über die MitarbeiterInnen der 8 Landeskontrollverbände.

Regional unterschiedliche Leistungsentwicklung

Im Jahre 2019 wurde auf 19.257 Kontrollbetrieben (-447 Betriebe; -2,3%) bei 427.492 Kühen (-800 Stk.; -0,2%) die Leistungskontrolle durchgeführt. Die durchschnittliche Herdengröße auf den Betrieben ist von 21,7 auf 22,2 Kühe leicht angestiegen. Die Leistung aller Vollabschlüsse über alle Rassen hinweg betrug 7.792 kg Milch bei 4,13% Fett und 3,42% Eiweiß. Im Jahr 2018 fiel die Steigerung der Milchleistung über alle Rassen hinweg aufgrund der sehr guten Futterqualitäten mit einem Rekordplus von 290 kg je Kuh und Jahr sehr hoch aus, dieses Jahr ein Plus von 68 kg. Der genetische Zuchtfortschritt in Bezug auf die Leistungsentwicklung verläuft seit Jahren konstant, die tatsächlichen Zunahmen der Milchleistung jedoch sehr volatil und vor allem regional höchst unterschiedlich. Dafür sind die äußerlichen Einflüsse, die nichts mit der Genetik zu tun haben, die sogenannten Umweltfaktoren, verantwortlich. DI Karl Wurm, Fütterungsexperte der LK Stmk., berichtet, dass in der Steiermark im Jahr 2018 im Grundfutter die geringsten Energiedichten seit 20 Jahren gemessen wurden, nämlich von durchschnittlich 5,87 MJ NEL/kg TM. Dies spiegelte sich unter anderem im Leistungsrückgang von 90 kg Milch je Kuh und Jahr bei den steirischen Kontrollbetrieben wider. Ähnlich die Situation auf den Kärntner Betrieben. Laut Roland Vallant (LKV Kärnten) gab es bei den ersten drei Schnitten im Vorjahr sehr schlechte Grundfutterqualitäten, unmittelbar darauf folgte eine lang anhaltende Trockenheit. Dies führte in Kärnten zu einem Leistungsrückgang von 120 kg Milch je Kuh und Jahr.

50% der Kühe stehen in Ober- und Niederösterreich

Oberösterreich ist mit 127.000 Kontrollkühen das produktionsstärkste Bundesland, das sind 30% der kontrollierten Kühe, Niederösterreich folgt mit 86.000 Kontrollkühen bzw. 20,1% aller Kühe. Beide Bundesländer zusammen beherbergen damit 50% aller Kontrollkühe. Ein Viertel aller Betriebe, insgesamt 4.800, liegen in Tirol, gehalten werden hier nur ein Achtel aller Kühe. Daher weisen diese Betriebe mit 11,8 Kühen je Betrieb die mit Abstand kleinsten Strukturen auf. Die größten Herden stehen in Burgenland mit 41 Kühen je Betrieb. Hier wurde auch die höchste Durchschnittsleistung je Kuh und Jahr mit 8.913 kg Milch ermolken und damit 1.121 kg über dem Österreichschnitt. Das liegt daran, dass im Burgenland aufgrund der Gunstlagen sehr gute Grundfutterqualitäten erzielt werden können. Die höchsten Fettprozente wurden mit 4,35% ebenfalls im Burgenland gemessen, die höchsten Eiweiß-Prozente mit durchschnittlich 3,47% in Oberösterreich. Vorarlberg ist nach wie vor jenes Bundesland mit der höchsten Kontrolldichte. Hier stehen 92,1% aller Kühe unter Leistungsprüfung, gefolgt von Tirol mit 91,7% und Niederösterreich mit 85,6%.

Autor: Lukas Kalcher, ZAR

 

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