20 Jahre Rinderdatenverbund

Am 11. November 1999 ging der Rinderdatenverbund RDV in Betrieb. In Betrieb gehen hieß aber noch lange nicht, dass dieser auch einsetzbar war. Unter enormen Einsatz der Mitarbeiter der Landeskontrollverbände und der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter konnte die Inbetriebnahme erfolgreich abgeschlossen werden.

 

20 Jahre Rinderdatenverbund RDV
Am 11. November 1999 ging der Rinderdatenverbund RDV in Betrieb. In Betrieb gehen hieß aber noch lange nicht, dass dieser auch einsetzbar war. Unter enormen Einsatz der Mitarbeiter der Landeskontrollverbände und der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter konnte die Inbetriebnahme erfolgreich abgeschlossen werden. Im Nachhinein gesehen zählt dieses Projekt wohl zu den größten Herausforderungen der österreichischen Rinderzucht. Ein hoher Zeitdruck damals sowie der Wechsel in ein neues Jahrtausend schaffte zusätzliche Probleme, welche die Umstellung damals begleiteten. Schließlich gelang es nach einem intensiven Arbeitsjahr, den RDV auch tatsächlich in Betrieb zu nehmen. Zwei Jahre später, am 11. April 2001, wurden die EDV-technischen Belange in die 100%-Tochter der ZAR, der ZuchtData EDV-Dienstleistungen GmbH, ausgegliedert. Als Geschäftsführer wurde damals Ing. Martin Mayerhofer bestellt, Aufsichtsratsvorsitzender war der damalige niederösterreichische Agrarlandesrat Franz Blochberger.

RDV: Tägliches Handwerkzeug für die Rinderzucht
Die Rinderzucht ist schon seit Jahrzehnten mit der Verarbeitung von Daten konfrontiert. Aufzeichnungen zu den Abstammungen liegen im Rinderdatenverbund RDV teilweise bis in die dreißiger Jahre zurück vor. Umfangreiche Daten aus der Leistungsprüfung zu den verschiedensten Merkmalen wie Milch, Fleisch, Fitness, Gesundheit und Exterieur sind zentral gespeichert. Schnittstellen bestehen zu externen Datenbanken wie der Agrarmarkt Austria, der Österreichischen Fleischleistungskontrolle, zu Labors und auch Tierärzten und Klauenpflegern, sodass die verschiedenen Daten für die Zuchtwertschätzung oder das Herdenmanagement genutzt werden können. Seit der Etablierung von Gesundheitsmonitoring Rind über das gesamte Bundesgebiet im Jahr 2009 sind die Daten aus tierärztlichen Diagnosen ein fixer Bestandteil in der Zuchtwertschätzung. Diese stehen sowohl dem Landwirt als auch dem Tierarzt im Rahmen der Tiergesundheitsdienste über verschiedene Online-Tools sozusagen als Gesundheitsvorsorge zur Verfügung. Dem Züchter selbst stehen sämtliche Anwendungen zur Verfügung. Der LKV-Herdenmanager, das Online-Herdenmanagementprogramm für Landwirte, der Online-Futterrationsrechner (RDV4F), der RDV-Mobil, eine App zur Dateneinsicht und –erfassung, der Online-Anpaarungsplaner OptiBull, die Vermarktungsanmeldung OVA zur Anmeldung der Tiere zu Versteigerungen, die AMA-Tieranmeldung sowie seit neuestem das Elektronische Medikamentenbuch (EMED) zur einfachen elektronischen Dokumentation der Anwendung von Tierarzneimitteln.


Datenzuwachs durch Genomische Zuchtwertschätzung
Seit der Einführung der genomischen Selektion vor etwa 10 Jahren sieht sich die Rinderzucht vor allem durch die Speicherung von Genomdaten mit einer sprunghaften Zunahme an Daten konfrontiert. So werden mit jedem typisierten Rind knapp 50.000 SNP's (Single Nucleotide Polymorphism) im RDV gespeichert. Aktuell sind 180.000 Rinder mit knapp 11 Mrd. SNP's im RDV gespeichert. In Summe stehen Daten von rund 16 Mio. Rindern im RDV zur Verfügung.
Heute ist der Rinderdatenverbund der verlässliche Partner im täglichen Herdenmanagement der Betriebe. In Österreich nutzen alle 12 Rinderzuchtverbände und 8 Landeskontrollverbände mit rund 24.000 Mitgliedsbetrieben unter dem Dach der ZAR über die ZuchtData EDV-Dienstleistungen GmbH verwaltet.


Synergien durch internationale Weiterentwicklung
Die Weiterentwicklung der EDV-Programme erfolgt in internationaler Partnerschaft mit den deutschen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, dadurch können durch die Nutzung von Synergien Kosten gespart werden Jeder der Partner betreibt eine eigene Datenbank und Infrastruktur. Der Großteil der Weiterentwicklungen der EDV-Programme erfolgt gemeinsam. Insgesamt werden von den Partner Daten von 2,5 Mio. lebenden Kühen verwaltet, wodurch diese Partnerschaft zu einer der größten Zusammenschlüsse im Rinderzucht- und Leistungskontrollbereich gehört.

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